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"CO2USE": Produktion eines Bio-Kunststoffes
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"CO2USE": Produktion eines Bio-Kunststoffes

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Die Innovation besteht in der Produktion eines Bio-Kunststoffes mit Hilfe von Sonnenlicht, Mikroalgen und CO2; Nebenprodukte sind Biogas und Nährstoff


Biologisch abbaubare, nachhaltig hergestellte Kunststoffe können eine Lösung für viele derzeit bestehende Umweltprobleme bieten: Plastikmüll in den Böden, Ozeanen und somit Plastik in der Nahrungskette. Ein solcher Kunststoff ist Polyhydroxybuttersäure (PHB). Dieser wasserunlösliche Biokunststoff ist dem fossilen Polypropylen (PP) technologisch sehr ähnlich und kann auch auf den gleichen Maschinen verarbeitet werden. Zudem ist PHB biologisch abbaubar und sehr vielfältig einsetzbar.
Derzeit wird PHB überwiegend mittels biotechnologischer Verfahren aus Zucker hergestellt. Hierfür sind landwirtschaftliche Anbauflächen, kostbares Wasser und Düngemittel erforderlich wodurch eine Konkurrenz zu Lebens- und Futtermittel entsteht. Im Projekt "CO2USE" wird die PHB-Herstellung mittels Mikroalgen (genauer: Cyanobakterien) und CO2 aus Abgas erforscht. Der Fokus liegt einerseits auf der Etablierung einer hohen PHB-Produktion und andererseits auf der Biogasproduktion. Bei der Biogasproduktion wird die Restbiomasse nach der Extraktion von PHB in einer anaeroben Vergärung umgesetzt. Das Wasser und die Nährstoffe, die nach diesem Verfahrensschritt anfallen, werden in den Kreislauf zurückgeführt. So können der anfallende Nährstoff-, Wasser-, Strom- und Wärmebedarf durch Biogas gedeckt werden. Außerdem fällt als weiteres Nebenprodukt wertvoller Dünger für die Landwirtschaft an.
Das komplexe Ineinandergreifen der verschiedenen Prozessstufen ist der zentrale Fokus des Projektes. Das Projektkonsortium besteht aus Wissenschaftlern und Technikern niederösterreichischer, steirischer und tschechischer Forschungseinrichtungen und Industriebetriebe. Projektpartner sind die EVN und der Anlagenbauer Andritz AG.

Institut für Umweltbiotechnologie, Department IFA-Tulln, Universität für Bodenkultur Wien
Konrad-Lorenz-Straße 20
3430 Tulln an der Donau
02272/66280-502
officeut@boku.ac.at
http://www.ifa-tulln.boku.ac.at/institut-fuer-umweltbiotechnologie/
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Unternehmensprofil:
Die Wissenschaftler des Instituts für Umweltbiotechnologie am IFA-Tulln arbeiten an der Nutzung mikrobiologischer Stoffwechselvorgänge zur Sicherung der Lebensqualität und zur Wahrung von Ressourcen. Dazu zählen sowohl die Verfahrens-/Prozessentwicklung für die nachhaltige Nutzung von Stoffkreisläufen und für den Abbau von Schadstoffen in Boden, Wasser und Abfall als auch die Risikobewertung von Altlasten sowie die Entwicklung von Monitoring- und Sanierungsmethoden für den Feldeinsatz. Gemeinsam mit Firmenpartnern werden diese Prozesse und Verfahren technisch realisiert und praktisch angewandt
Markterfolge:
Der Biokunststoffmarkt wächst seit vielen Jahren stetig. Das Interesse an umweltverträglichen Kunststoffen und die Notwendigkeit der CO2-Reduktion schaffen für die entwickelte Schlüsseltechnologie eine große und ständig steigende Nachfrage. Kunststoff verarbeitende Betriebe können umweltfreundliche Lebensmittelverpackungen und medizinische Implantate wie auch Agrarfolien, Pflanztöpfe oder Fischereinetze herstellen. Derzeit ist das Verfahren noch im Entwicklungsstadium. Die ersten Zwischenergebnisse der Wirtschaftlichkeitsrechnung zeigen, dass das Verfahren Potential hat am Markt zu bestehen.
Gründungsjahr: 1994
Mitarbeiter 2014: 125
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