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Superhydrophobic WOOD
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Bewertung

Superhydrophobic WOOD

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Eine strukturierte Wachsoberfläche lässt Wasser sofort abperlen und soll tonnenweise Plastikfolien als Transportschutz von Holzbauprodukten ersetzen


Holz ist der nachhaltige Bau- und Rohstoff der Zukunft und heute wichtiger denn je: Ein vermehrter Einsatz belebt die regionale Wirtschaft und sorgt als CO2-Speicher für ein gutes Klima. Holzbau boomt! Holz muss aber vor übermäßiger Wasseraufnahme geschützt werden, um Schäden vorzubeugen.
Im Laufe der Evolution hat die Natur auch extrem wasserabweisende, so genannte superhydrophobe Oberflächen hervorgebracht. Inspiriert von Beispielen wie dem Lotusblatt wurde im Rahmen von Forschungsarbeiten ein Prozess entwickelt, bei dem fein in Wasser verteilte Wachspartikel auf Holz gesprüht werden. Während das oberflächliche Wasser anschließend abtrocknet, organisieren sich die ökologisch unbedenklichen Wachspartikel selbstständig zu vertikalen Mikro- und Nanoelementen. Wie das Lotusblatt besitzt die so entstehende Struktur eine derart große Oberfläche, dass die natürliche wasserabweisende Wirkung des Wachses vervielfacht wird. So wird die behandelte Oberfläche für Wasser derart unattraktiv, dass Tropfen sie nicht benetzen, sondern ihre Form behalten und schon bei geringer Neigung von der Oberfläche abrollen.
Eine mögliche Anwendung, die aktuell mit einem Industriepartner aus NÖ verfolgt wird, ist der Feuchteschutz von Holzbauelementen am Weg vom Werk zur Baustelle. Vor allem die großflächigen Wand- und Deckenelemente aus Brettsperrholz werden bisher mit Unmengen an Plastik foliert – nur für den Transport. Die Wachsbeschichtung soll die dadurch anfallenden Müllberge vermeiden. Die Eleganz und gleichzeitig große Chance zur Umsetzung des Prozesses liegt in der Einfachheit seiner Anwendung: Preiswertes Material, Wasser als umweltfreundliches Transportmittel und ein Sprühprozess, mit dem auch die größten Bauteile behandelt werden können, bieten High-Tech-Oberflächen für Massenprodukte.

Bereich Massivholz und Holzverbundwerkstoffe, Kompetenzzentrum Holz GmbH
Konrad Lorenz Straße 24
3430 Tulln an der Donau
0732/2468-6750
zentrale@wood-kplus.at
http://www.wood-kplus.at
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Unternehmensprofil:
Wood K plus ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung für Holz und verwandte nachwachsende Rohstoffe. Die Kernkompetenzen liegen in der Materialforschung und Prozesstechnologie entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von den Rohmaterialen bis zum fertigen Produkt. Dabei werden Methoden sowie Grundlagen erarbeitet und angewandte Forschung an der Nahtstelle Wirtschaft und Wissenschaft betrieben. Die Forschungsergebnisse tragen dazu bei, dass natürliche Ressourcen einen höheren Stellenwert bekommen, dabei optimal genutzt und in High-Tech Anwendungen eingesetzt werden.
Markterfolge:
Der Einsatz von Brettsperrholz im Holzbau steigt stetig und rasant an. Mit Stora Enso konnte einer der größten Produzenten Europas (bis zu 210.000 m³/a) als Projektpartner gewonnen werden. Meist werden alle Bauteile einzeln und als Paket nochmals foliert. Im ersten Umsetzungsschritt soll die Einzelverpackung durch die neue Oberfläche ersetzt werden, wodurch pro Jahr mehrere 100.000 m² Folie – und damit Plastikabfall und Kosten – eingespart werden können. Weitere Einsatzmöglichkeiten an anderen Oberflächen (wie z.B. Karton) oder Anwendungen (z.B. auf der Baustelle) werden derzeit untersucht.
Gründungsjahr: 2001
Mitarbeiter 2019: 1087
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